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Der Reizdarm (auch Reizkolon oder in Fachkreisen auch Colon irritabile genannt) bezeichnet eine Funktionsstörung des Verdauungstraktes mit chronischen Beschwerden. Darunter beispielsweise Bauchschmerzen, Unregelmäßigkeiten im Stuhl (wechselnd zwischen Durchfall und Verstopfung) und Blähungen. Dabei treten die vielfältigen Symptome vorzugsweise tagsüber auf. Weiterhin findet der zu behandelnde Arzt bei einem Reizdarm-Syndrom keine krankhaften Organveränderungen vor. Dabei ist der Reizdarm vergleichsweise harmlos, auch wenn die Beschwerden langfristig vorkommen können – auch über Monate, Jahre oder seltener auch lebenslang. Dennoch ist der Reizdarm nicht bösartig, auch nicht ansteckend, nicht Darmkrebsrisiko erhöhend und auch nicht einschränkend auf die Lebenserwartung – er beeinträchtigt nur das allgemeine Befinden des Menschen. Zumeist kommt das Reizdarm-Syndrom bei den meisten Patienten zwischen dem 20. und dem 30. Lebensjahr zum ersten Mal zum Tragen. Dabei gibt es allein in Deutschland 5 Millionen an Reizdarm erkrankten Patienten. Doch bei jedem 2. Patient finden die behandelnden Ärzte keine organischen Ursachen für die Beschwerden von Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung. Wahrscheinlich sind dabei Funktionsstörungen des Verdauungstrakts für die Beschwerden zu verantworten. Dabei tritt bei Frauen die Diagnose Reizdarm 2-3 mal so häufig wie bei Männern auf. Die genauen Ursachen sind noch nicht hinreichend erforscht worden. Vermutlich ist allerdings eine Störung des Informationsaustauschs zwischen Gehirn und Darm daran beteiligt. Dabei spielt der Nerven-Botenstoff Serotonin einen Schlüsselrolle. Dafür spricht auch, dass beim Reizdarm- Syndrom die Bewegungsabläufe im Darm gestört sind und schon normale Vorgänge als äußerst schmerzhaft wahrgenommen werden. Die Beschwerden werden gesteigert durch seelischen und körperlichen Stress und eine ungesunde Ernährung sowie Unverträglichkeiten.